Fun - Doom

Du weisst, dass Du zuviel DOOM gespielt hast, wenn...
...Du beim zu Bett gehen die Schlafzimmertür öffnest und, anstatt das Licht anzudrehen, eine Rakete in den Raum abfeuerst.
...Du mit einer Kettensäge unter dem Kopfkissen schläfst und es damit begründest, man wisse nie, was einem so im Dunkeln begegnet.
...Du beim Betreten eines Raums oder dem Verlassen eines Aufzugs sofort rein und wieder rausrennst, um zu sehen, ob Dir etwas folgt.
...es Dich nicht weiter kümmert, wenn Du Dich verletzt, weil Du ja wahrscheinlich bald eine dieser blauen Kugeln finden wirst.
...Du sofort hinter die Couch hechtest und nach der Schrotflinte greifst, wenn Dein Hund jault.
...Du anfängst, seitwärts in Räume reinzuspringen.
...Du einen Flur entlang läufst und dabei die Wände drückst, um geheime Tueren zu finden.
...Du nach der Kettensaege greifst, weil Deine Ehefrau, die gerade Schnupfen hat, komische Geraeusche macht.
...Du sofort auf jeden Papierkorb schiesst, wenn Du in Deiner Firma rumlaeufst.
...Du nicht damit aufhoeren kannst, um die Ecken zu schielen, wenn Du in Deinem Haus rumlaeufst.
...Du tatsaechlich glaubst, Du koenntest durch Waende laufen.
...Du fest der Meinung bist, dass deine Schlafzimmerlampen so komisch flackern.
...Du deine Badewanne ganz genau ueberpruefst, ob sie Wasser oder Gift hat.
...Du Dir wuenschst, Du haettest eine Kettensaege dabei, nur so fuer alle Faelle.
...Du Dir einen Schutzanzug und eine Infrarotbrille kaufst, nur so fuer alle Faelle.
...Wenn du in jedem Buecherei sofort nach Hints-Book fuer DOOM Ausschau haelst.
...Du in gefaehrlichen Situationen "IDDQD!!!!!!!!!" schreist.
...Im Karstad* sofort auf eine leuchtend blaue Jacke zustuerzt.
...Du durch die Stadt gehst und ganz sicher bist, hier noch nie gewesen zu sein, weil ja keine Leichen herumliegen.
Doom-Tagebuch:
Liebes Tagebuch!

10. Januar
Ja,  die  Zeiten  sind  hart.  Doch  fuer mich
nicht  mehr.  Unsere  Firma hat  den  Auftrag
ergattert,  und mein Job  ist wieder  sicher.
Ich soll mit  Klaus ein  Team bilden.  Ausge-
rechnet dieser  Kindskopf!  Holt  sich Spiele
vom  Internet,  als  ob  wir dafuer jetzt Zeit
haetten.

14. Januar
Ich habe Klaus beim Spielen im Buero erwischt.
Und was der spielte: lief durch ein Labyrinth
und  schlachtete  Monster  und  Mutanten ab -
widerlich! Das  sei der  Renner und  habe als
kostenlose  Beta-Version bereits alle kommer-
ziellen   Spielprogramme  in  den  Hitparaden
ueberholt.  Wie  kann  man  sich mit  so etwas
beschaeftigen? Ich habe es mir kopiert, um den
Mist mal genauer anzusehen. Die Grafik ist ja
wirklich eindrucksvoll.

16. Januar
Anna kam dazu,  wie ich das  widerliche Spiel
ausprobiert  habe. Sie war entsetzt. Ich habe
ihr erklaert,  dass ich  nur  wissen will,  was
Klaus daran findet.  Wir sind  uns einig,  so
ein brutaler  Quatsch muesste  verboten werden.
Ihr  fehlt  jedoch  das  Verstaendnis  fuer die
tolle  Programmierleistung.   Die  Entwickler
sollten  zu  IBM  wechseln  und die Workplace
Shell auf Trab bringen.  Waehrend ich noch ein
wenig  nach dem  letzten Geheimnis im zweiten
Level suchte,  widmete sich  Anna einem blut-
ruenstigen Thriller im Fernsehen.

31. Januar
Klaus unterstellt,  ich koenne nicht mehr auf-
hoeren zu spielen.  Ich habe ihm das Gegenteil
bewiesen  und sofort aufgehoert,  als der Chef
hereinkam.  Der ist der einzige in der Firma,
der  noch nicht spielt,  noch nicht einmal in
den Pausen.  Daheim  uebe ich  nur  noch,  die
grossen Schlachten  finden im Buero statt.  Man
kann mit  drei weiteren  Kollegen im Netzwerk
gemeinsam oder gegeneinander spielen -
Killen fuer Workgroups.

13. Februar
Heute habe ich etwas fuers Leben gelernt:  man
sollte  niemals  eine Rakete auf einen Gegner
abfeuern,  der direkt  vor einem steht.  Anna
haelt nichts von solchen Weisheiten; sie haette
mich  lieber  vor  dem  Einschlafen im  Bett.
Dabei  stelle ich  nachts  die  Sound Blaster
extra  leise,  damit  die  Kinder  nicht  vom
Kreischen der Kettensaege aufwachen.

2. Maerz
Der Chef tobt. Die ganze Abteilung haengt mor-
gens  lethargisch vor den Rechnern.  Er hatte
das Spiel verboten.  Aber dann  hat Klaus die
Shareware-Version aufgetrieben. Neue Episoden
halten  das ganze  Buero in Atem.  Obwohl noch
ein paar  Programmierer  eingestellt  wurden,
liegen  wir weit hinter dem  Zeitplan zurueck.
Der Auftrag droht zu platzen.

17. Maerz
Ich bin arbeitslos.  Anna ist sauer.  Sie hat
die Rechnung fuer  die  Vollversion  gefunden.
Sie  arbeitet  jetzt wieder.  So koennen Klaus
und ich tagsueber  ungestoert  spielen.  Er hat
seinen  Computer hier  aufgebaut,  weil seine
Frau droht,  sich  scheiden zu lassen,  falls
sie  ihn noch einmal beim  Spielen  erwischt.
Keiner  versteht uns.  Doch wir gehoeren einer
grossen Gemeinschaft an; die Vollversion wurde
bereits haeufiger verkauft als Windows.